Gesund kann auch lecker sein
15.06.12
Und dies ist auch der Grund, warum Projektleiterin Lotte Jüptner diesen Kochkurs ins Leben gerufen hat. “Wir wissen von unseren Ferienlagern und Veranstaltungen, dass sich die Kinder oft nur von Fast Food ernähren, kaum Obst und Gemüse oder Hausmannskost kennen. Dagegen wollen wir etwas tun”, sagt Jüptner und begrüßt die Aktion des Vereins “Wir helfen”, der sich in seinem Jahresprojekt darum kümmert, dass Kinder gesund und fit werden.
In Marco Günther hat Lotte Jüptner einen Partner gefunden. “Er war sofort bereit, unser Projekt zu unterstützen”, sagt sie. Besonders freut sie sich, dass Günther die Kosten für den Kurs weitgehend alleine trägt. Lediglich einen kleinen Obolus für den Einkauf müssen die Kinder bezahlen. “Das ist eine super Sache, da stehe ich voll dahinter und mache es gerne”, sagt der Eventkoch.
Bis Oktober werden die Jungen und Mädchen, die aus sozial schwachen Familien kommen und vom Verein “Helfende Hände” in ihrer Freizeit betreut werden, ins Kochatelier kommen. “Die Kinder sind alle begeistert und machen eifrig mit”, sagt Projektbetreuerin Sabine Schulze. Beim Waschen, Schnippeln und Vorbereiten seien sie alle eifrig. Nur beim Essen würden einige zurückhaltend sein. “Viele kennen das Essen nicht, was sie gekocht haben, und probieren es dann auch nicht”, bedauert Schulze. “Leider steht nämlich bei vielen das schnelle, ungesunde Essen immer noch an erster Stelle.”
Ein Zwei-Gang-Menü werden die Kinder am Ende des Kurses problemlos auf den Tisch bringen können, verspricht Marco Günther. Und das neue Wissen und Können sollte dann auch angewandt werden. Deshalb plant er zum Abschluss des Kurses im Oktober einen großen “Galaabend”, bei dem die Kinder für ihre Eltern, Geschwister und Gäste kochen werden. Auch im Juli wird es schon einmal einen solchen “Elternabend” geben. “Es ist uns wichtig, die Eltern einzubeziehen”, sagt Lotte Jüptner. “Vielleicht können die Kinder sie mit ihrer Begeisterung ja anstecken.”
Bis dahin werden die Jungen und Mädchen nicht nur das Kochen an sich lernen. “Sie sollen auch die Lebensmittel kennen lernen, wie sie zubereitet werden und was man daraus machen kann”, sagt Jüptner. Auch das Einkaufen nebst Preisvergleich, ein Besuch in einer Fleischerei und auf einem Gemüsehof stehen auf dem Kursprogramm. Ebenso wollen die Kinder einen Kräutergarten am Kochatelier anlegen. Wozu die verschiedenen grünen Stängel aber alles gut sind, wissen sie allerdings noch nicht so richtig.
Da hilft nur Ausprobieren. “Die Kinder sollen die Lebensmittel entdecken”, sagt Günther, “sie mit Händen fühlen, riechen und kosten.” Deshalb steht die Warenkunde nicht nur einmal auf dem Plan. Damit die Jungen und Mädchen am Ende mit den Gewürzen und Kräutern etwas anfangen können. Und auch eine Paprika, Ananas, Papaya, Honigmelone (er)kennen.
Die Kinder lernen in den acht Monaten eine andere Seite des Essens kennen. “Ich möchte ihnen zeigen, dass auch gesündere Gerichte als das reine Fast Food durchaus lecker sind”, sagt Marco Günther. Und Lotte Jüptner will den Beteiligten zeigen, dass man durchaus preiswert und frisch kochen kann.






