Ein Lichtblick für Kinder
29.01.13
Seit 2008 bietet der freie Träger die soziale Gruppenarbeit als ambulante Hilfe zur Erziehung an. Da bestehe eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendbehörden von Landkreis und Stadt, sagt der Vereinsvorsitzende, Manfred Krebs. Marion Lauble betreut Kinder aus sozial schwachen Familien. Einige von ihnen sind verhaltensauffällig oder haben andere Probleme. Ein Drittel der Kinder besucht eine Schule für Lernbehinderung sowie für geistig behinderte Kinder. Die Kinder haben ein geringes Selbstwertgefühl und brauchen daher Unterstützung. “Ich will ihnen sinnvolle Freizeitbeschäftigungen anbieten und dabei christlich-soziale Werte vermitteln”, sagt die 46-Jährige. Sie organisiert mit ihnen scheinbar Alltägliches: Spielen, Basteln und Malen. Oder sie unterstützt die Kinder bei den Hausaufgaben. Es wird aber auch zusammen gekocht und gebacken. Vieles davon lernen und erleben diese Kinder zu Hause nicht. Oft sind die Eltern nicht in der Lage, sie entsprechend zu unterstützen. Die Gründe sind vielschichtig. “In den einen Familien fehlt das Geld. In anderen die Zeit. Bei wieder anderen beides”, sagt Lauble. Die Eltern bleiben aber nicht außen vor. Wenn es nötig und erwünscht ist, gibt es Gespräche mit ihnen. Auch zu Lehrern, Sozialarbeitern und Psychologen hat Marion Lauble Kontakt.
Angefangen hat die 46-Jährige mit ihrer Arbeit in ihrer Straße im Bernburger Plattenbaugebiet Süd-West. Sie ist damals von Haus zu Haus gegangen und hat die Kinder aus der Nachbarschaft zu sich eingeladen. Vier Kinder hat sie damals in ihrer Wohnung betreut. Doch die Arbeit wurde immer mehr und damit auch eine geeignete Trägerschaft notwendig. Daher wurde der Verein “Starshine – Lichtblick für die junge Generation” gegründet. Der Name stammt von einer Mutter. Sie meinte, er drücke am besten das aus, was Marion Lauble leistet, erklärt Schriftführer Reinhard Meyer.
Nachdem die Neubaublöcke im Stadtteil Süd-West in den vergangenen Jahren abgerissen worden sind, sind die meisten Familien in einen anderen Stadtteil gezogen. Und genau dort hat der Verein vor zwei Jahren Räume gemietet, in denen die Kinder betreut werden können. Heute muss Marion Lauble, die derzeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes für den Verein arbeitet, nicht mehr von Tür zu Tür gehen. Das Angebot spricht sich herum. Oft bringen Kinder, die “Starshine” bereits kennen, andere Kinder mit. “Manche kommen danach wieder, andere nicht”, sagt Lauble.
Derzeit betreut sie rund 20 Kinder zwischen vier und 19 Jahren. Manche kommen täglich, andere nur einmal in der Woche. Gearbeitet wird dann in kleineren Gruppen. Der Montagabend beispielsweise ist den Älteren vorbehalten.
Der neunjährige Shan kommt jeden Tag. “Weil es mir hier gefällt”, sagt er. Am schönsten findet er, wenn alle zusammen kochen. Nudeln und Tomatensoße, Eierkuchen und Popcorn haben sie schon gemeinsam zubereitet, erzählt er stolz. Jasmin fühlt sich ebenfalls wohl. Sie kommt seit sieben Jahren zu Marion Lauble. Auch Jasmin kocht am liebsten. “Das könnten wir ruhig öfter machen”, sagt die Zwölfjährige. Im Moment ist das nur einmal im Monat der Fall. Da sich das Hilfsangebot fast ausschließlich durch Spenden finanziert, ist das Budget knapp, die Möglichkeiten sind begrenzt.
Wenn es die Finanzen zulassen, besucht Lauble mit den Kindern den Tiergarten oder das Museum in Bernburg. Weiter weg geht es selten. Ausflüge in den Indoor-Spielplatz nach Köthen oder den Zoo nach Halle sind die Ausnahme. Nur das alljährliche Sommerlager in Quedlinburg ist fest eingeplant.
Die Vereinsmitglieder würden den Kindern solche Freizeitaktivitäten gern häufiger anbieten. Vereinsmitglied René Barth könnte sich vorstellen, mit den Kindern ab und an in die Natur zu gehen. Zum Wandern, Klettern oder Paddeln. Aktivitäten, die die Kinder nicht nur begeistern, sondern ihnen auch helfen würden, erklärt Barth: “Durch diese Herausforderungen würde das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt.”






